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Montag, 6. August 2007

Holocaust-Mahnmal bröckelt

Zwei Jahre nach der Eröffnung:

Risse in den Betonstelen des Holocaust-Mahnmals

Gut zwei Jahre nach der Eröffnung des Holocaust-Mahnmals in Berlin haben sich nach einem Bericht der "Berliner Zeitung" bei einem Teil der 2711 Betonstelen Risse gebildet. Nach Angaben der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas sind rund 400 Stelen betroffen. Uwe Neumärker, Geschäftsführer der Stiftung, sagte der Zeitung: "Wir arbeiten gemeinsam mit dem Architekten Peter Eisenman an einer Lösung." Geplant sei, die Risse mit einer Kunstharz-Injektion zu schließen.

Baufirma soll Kosten tragen


Die Risse würden sich teils mehrere Meter durch die bis zu 4,70 Meter hohen Betonblöcke ziehen. Nach Angaben der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung sollen die Schäden noch im Herbst beseitigt werden. Die Kosten sollten von der Baufirma, die die Stelen hergestellt hat, im Rahmen der Gewährleistung übernommen werden.

Das Holocaust-Mahnmal war im Mai 2005 eröffnet worden. Die Kosten für den Bau des Denkmals beliefen sich auf 27,6 Millionen Euro. Die Mittel wurden vom Bund zur Verfügung gestellt.

Quelle: Tagesschau

Montag, 16. April 2007

Israel: Holocaust-Gedenktag

Holocaust-Gedenktag:

Erinnern an Ermordete in Israel und Auschwitz

Israel hat am nationalen Holocaust-Gedenktag der von den Nationalsozialisten ermordeten sechs Millionen Juden gedacht. Landesweit hielten um 10 Uhr Ortszeit die Menschen für zwei Gedenkminuten inne. Im israelischen Parlament verlasen Abgeordnete die Namen von Opfern des Völkermordes.

Bei der Eröffnungszeremonie zum Holocaust-Gedenktag in der Gedenkstätte Jad Vaschem in Jerusalem hatte der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert gestern vor denjenigen gewarnt, die keine Lehren aus dem Holocaust gezogen hätten. Der Jad-Vaschem-Mitarbeiter und frühere Justizminister Jossef Lapid warnte vor Untätigkeit angesichts neuen Völkermords wie in der sudanesischen Krisenprovinz Darfur. "Wir brauchen einen Alarmschrei angesichts des Genozids, der sich in Darfur vollzieht", sagte er.

Außerdem warnte er vor dem iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad. "Er ist überzeugt, dass in Israel immer noch sechs Millionen Juden zu viel sind", sagte Lapid.

"Marsch der Lebenden" in Auschwitz

In Polen nahmen 8000 Menschen aus Israel, den Vereinigten Staaten und mehreren europäischen Ländern am "Marsch der Lebenden" auf dem Gelände des ehemaligen Vernichtungslagers Auschwitz teil. Der Marsch endete im früheren Unterlager Auschwitz-Birkenau, wo mehr als 1,1 Millionen Juden in den Gaskammern der Nazis ermordert wurden.

Quelle: Tagesschau

Samstag, 14. April 2007

Vatikan und der Holocaust

Wegen Kritik an Papst Pius XII:

Vatikan boykottiert Holocaust-Gedenken

Grundsätzlich sind die Beziehungen zwischen dem Vatikan und Israel nicht gerade herzlich. Aktuell gibt es neuen Streit: Wegen einer Bildunterschrift im Museum Yad Vashem, in der die Haltung von Papst Pius XII. während des Holocaust als "umstritten" dargestellt wird, will der Vatikan den Holocaust-Gedenktag am Montag boykottieren.

Von Bettina Marx, ARD-Hörfunkstudio Tel Aviv

Dunkle Wolken überschatten die Beziehungen zwischen Israel und dem heiligen Stuhl. Denn der apostolische Nuntius in Jerusalem, Antonio Franco, will in diesem Jahr nicht an den offiziellen Gedenkfeiern für die Opfer des Holocaust teilnehmen. Der Botschafter des Vatikan fühlt sich durch eine Bildunterschrift im Museum Yad Vashem beleidigt, in dem die Haltung des Papstes während des Zweiten Weltkriegs als umstritten dargestellt wird. Im Text zu einem Porträt von Papst Pius XII heißt es dort, das Oberhaupt der katholischen Kirche habe nichts getan, um Rassismus und Antisemitismus zu verurteilen.

Historikerin: Bildunterschrift ist gerechtfertigt

Graciela Ben Dror ist Historikerin, die unter anderem an der Universität Haifa Geschichte des Holocaust lehrt und sich vor allem mit der Rolle der Kirche während und nach dem Zweiten Weltkrieg befasst hat. Sie hält die Bildunterschrift in Yad Vashem für völlig passend: "Aus den Dokumenten, die veröffentlicht wurden, wissen wir, dass der Papst während des Krieges geschwiegen hat und ich glaube, die Unterschrift ist wirklich gerechtfertigt."

Der Vatikan selbst habe eine umfangreiche Sammlung von Dokumenten aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs vorgelegt, aus denen klar hervorgehe, dass der Papst sich nicht ausreichend für die von der Ausrottung bedrohten Juden eingesetzt habe: "Es ist wichtig, darauf hinzuweisen, dass es einen Streit unter den Historikern gibt. Das muss niemanden verletzen, das ist einfach eine Tatsache. Es gibt diejenigen, die den Papst verteidigen und sagen, er hat das Höchstmögliche getan und es gibt andere, die sagen, das Schweigen des Papstes zeige, dass ihm das jüdische Volk egal war und dass es dafür Gründe gab."

Nuntius: Beleidigung für ganze katholische Kirche

Botschafter Antonio Franco hingegen erklärte, man könne den Papst nicht im gleichen Atemzug mit Menschen nennen, die sich für das schämen müssten, was sie Juden angetan hätten. Die italienische Zeitung "La Repubblica" zitierte den Nuntius mit den Worten, in der Bildunterschrift in Yad Vashem werde die ganze katholische Kirche beleidigt.

Der Vatikanforscher und frühere israelische Botschafter beim Heiligen Stuhl, Yitzchak Minerva, dagegen hält die Bezeichnung "umstritten" für Pius XII. noch für milde. In der Bildunterschrift werde zum Beispiel nichts über das Verhalten der katholischen Kirche nach dem Krieg ausgesagt, als sie vielen Nazis half, nach Südamerika zu entkommen.

Die Weigerung des Vatikan-Botschafters, an der üblichen Gedenkveranstaltung teilzunehmen, stehe in Zusammenhang mit der anstehenden Seligsprechung des Papstes: "Die katholische Kirche versucht seit einigen Jahren, Pius XII. heilig zu sprechen und in dem Moment, in dem er ein Heiliger wird, darf man ihn nicht mehr kritisieren. Die schärfste Kritik an diesem Papst kommt aber aus dem katholischen Lager selbst und das ist, was ihr weh tut. Darum versucht sie, ihn so schnell wie möglich heilig zu sprechen. Der Staat Israel hat sich vor einigen Jahren gegen die Heiligsprechung des Papstes ausgesprochen und es ist gut, dass er das getan hat."

Gedenktag am Montag


Israel begeht den jährlichen Gedenktag für die sechs Millionen von den Nazis ermordeten Juden am kommenden Montag. Die Trauerfeiern, die schon am Vorabend beginnen, dauern den ganzen Tag über. Begleitet werden sie von intensiver Berichterstattung in den Medien. Der Gedenktag für die Opfer des Holocaust ist einer der wenigen Tage im Jahr, an denen selbst in der lebenslustigen Stadt Tel Aviv die Restaurants und die Clubs geschlossen sind.

Quelle: Tagesschau

Mittwoch, 28. März 2007

Urteil zu NS-Opfern in Frankreich

Urteil zu NS-Opfern in Frankreich:

Entschädigungspflicht der Bahn aufgehoben


Die französische Staatsbahn muss vorerst doch keine Entschädigung an die Angehörigen von Deportierten während des Zweiten Weltkriegs zahlen. Ein Berufungsgericht in Bordeaux hob die Entscheidung einer niedrigeren Instanz in Toulouse auf, wonach die Bahn 62.000 Euro für die klagende Opferfamilie bereitstellen sollte. Dem Einspruch der Bahn wurde mit der Begründung stattgegeben, das erste Gericht sei für den Fall gar nicht zuständig gewesen. Nach dessen Spruch hatten rund 1200 weitere Opferfamilien ebenfalls Ansprüche auf Entschädigung angemeldet.

In Toulouse hatten die Richter erklärt, die Bahn habe gewusst, welchem Zweck die Deportationen dienten, und sich nicht dagegen zur Wehr gesetzt. Stattdessen habe sie für den Transport in Viehwagen sogar noch Fahrgeld verlangt. Das Berufungsgericht in Bordeaux entschied indessen, die Bahn könne für die Deportationen nicht verantwortlich gemacht werden, da diese von der deutschen Besatzungsmacht angeordnet worden seien. Und ausgeführt worden seien sie vom französischen Staat. Dieser war im Gegensatz zur Bahn gegen das erste Urteil nicht in die Berufung gegangen.

Die Klage gegen die Bahn und den Staat wurde von der Familie des Grünen-Europa-Abgeordneten Alain Lipietz eingebracht. Vier von deren Angehörigen wurden im Mai 1944 ins NS-Transitlager Drancy bei Paris deportiert. Sie blieben dort bis zur Befreiung, während viele ihrer Leidensgenossen nach Auschwitz gebracht wurden. Lipietz kündigte Berufung gegen das jetzige Urteil an.

Quelle: Tagesschau

Montag, 29. Januar 2007

Betroffenheitstag

Jahrestag der Befreiung von Auschwitz:

Bundestag gedenkt der NS-Opfer

Mit einer Feierstunde gedenkt der Bundestag heute in Berlin der Opfer der nationalsozialistischen Terrorherrschaft. Hauptredner der Gedenkstunde, die im Plenarsaal des Reichstagsgebäudes stattfindet, ist der ungarische Literaturnobelpreisträger und Holocaust-Überlebende Imre Kertész. Er wird aus seinem Werk "Kaddisch für ein nicht geborenes Kind" lesen. Der 1929 in Budapest geborene Kertész wurde wegen seiner jüdischen Abstammung 1944 in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau deportiert und kam später nach Buchenwald, wo er 1945 befreit wurde.

Zu der Veranstaltung anlässlich des offiziellen Gedenktages für die NS-Opfer werden Bundespräsident Köhler, Bundeskanzlerin Merkel, Bundesratspräsident Ringstorff und der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, erwartet.

Auschwitz-Befreiung seit 1996 ofizieller Gedenktag

Die Befreiung von Auschwitz durch die russische Rote Armee am 27. Januar 1945 ist seit 1996 in Deutschland offizieller Tag des Gedenkens an die NS-Opfer. Er wurde vom damaligen Bundespräsidenten Herzog zum "Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus" erklärt. Auch die Vereinten Nationen erklärten dieses Datum zum Internationalen Gedenktag.

Bereits am Wochenende hatten Politiker weltweit zur Ächtung von Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus aufgerufen. Bundeskanzlerin Angela Merkel rief zur Verteidigung der Demokratie gegen Rechtsextremisten und Neonazis auf. Der Zentralrat der Juden in Deutschland warnte in Zeitungsannoncen vor der gegen Israel und die Juden gerichteten Politik des Iran.

Quelle: Tagesschau

Mittwoch, 24. Januar 2007

Resolutionsentwurf: Holocaust-Leugnung

USA legen Resolutionsentwurf vor:

Uno soll Holocaust-Leugnung ächten

Die USA haben den Entwurf für eine UN-Resolution eingebracht, mit der die Leugnung des Holocaustes verurteilt werden soll. Bisher unterstützen 72 Nationen der 192 Mitglieder starken Generalversammlung der Vereinten Nationen den Resolutionsentwurf. Dazu gehören unter anderem alle europäischen Staaten, Israel, Kanada, Neuseeland und Australien. Die USA hoffen, den Entwurf am Freitag zur Abstimmung zu bringen.

Der Iran wird in dem Dokument zwar nicht ausdrücklich erwähnt, es richtet sich jedoch eindeutig gegen eine im Dezember in Teheran abgehaltene Konferenz, auf der die meisten Sprecher den von den Nazis verübten Völkermord an den Juden leugneten.

Im Holocaust wurden wurden rund sechs Millionen Juden von den Nationalsozialisten ermordet. Rund 1,5 Millionen Menschen starben allein im Konzentrationslager Auschwitz.

Quelle: Tagesschau