Oettinger spricht mit Zentralrat:
Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger hat sich nach dem Streit um seine Trauerrede für Hans Filbinger mit der Spitze des Zentralrats der Juden in Deutschland getroffen. An dem Gespräch in Frankfurt am Main nahmen die Zentralrats-Vorsitzende Charlotte Knobloch sowie ihre beiden Stellvertreter Salomon Korn und Dieter Graumann teil. Knobloch hatte Oettinger scharf kritisiert, weil er Filbinger als "Gegner des NS-Regimes" bezeichnet hatte.
Der Zentralrat hatte Oettingers Rücktritt gefordert. Oettinger nahm die Aussage später nach massivem Druck aus der eigenen Partei zurück und entschuldigte sich. Der Geschäftsführer des Zentralrats, Stephan Kramer, erklärte daraufhin, die Rücktrittsforderung an Oettinger sei "damit vom Tisch". Filbinger war 1945 als NS-Marinerichter mit Todesurteilen gegen Deserteure gefällt. Als dies öffentlich bekannt wurde, musste er 1978 zurücktreten.
Weiter Debatte um Studienzentrum
Unterdessen ist die Debatte um das von Filbinger gegründete Studienzentrum Weikersheim im Main-Tauber-Kreis neu entbrannt. Der Zentralrat der Juden sowie die oppositionelle SPD im Landtag forderten die Schließung des Zentrums. Eine Einrichtung, in der Auffassungen vertreten würden, die bereits im rechtsextremen Spektrum anzusiedeln seien, könne nicht toleriert werden, sagte Kramer, der Chemnitzer "Freien Presse". Der Präsident des Zentrums, Bernhard Friedmann, wies die Kritik zurück und erklärte, sein Haus habe "eine durch und durch demokratische Grundausrichtung".
Der SPD-Landtagsabgeordnete Stephan Braun erklärte, das Studienzentrum sei nicht in der Lage, sich klar von Rechtsextremisten und Rechtsradikalen zu lösen. Er verwies auf die Mitgliedschaft des konservativen Publizisten Günter Rohrmoser, zu dessen 70. Geburtstag der frühere RAF-Terrorist und heutige Anwalt der rechtsextremen NPD, Horst Mahler, die Laudatio gehalten habe. 1999 waren auf der Internet-Seite des Studienzentrums Querverbindungen zu rechtsextremen Publikationen bekannt geworden. Zehn Jahre zuvor musste Filbinger auf Druck der Öffentlichkeit den Bundesvorsitzenden der rechtsradikalen Republikaner, Rolf Schlierer, aus dem Präsidium der Stiftung ausschließen.
Der Zentralrat hatte Oettingers Rücktritt gefordert. Oettinger nahm die Aussage später nach massivem Druck aus der eigenen Partei zurück und entschuldigte sich. Der Geschäftsführer des Zentralrats, Stephan Kramer, erklärte daraufhin, die Rücktrittsforderung an Oettinger sei "damit vom Tisch". Filbinger war 1945 als NS-Marinerichter mit Todesurteilen gegen Deserteure gefällt. Als dies öffentlich bekannt wurde, musste er 1978 zurücktreten.
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Unterdessen ist die Debatte um das von Filbinger gegründete Studienzentrum Weikersheim im Main-Tauber-Kreis neu entbrannt. Der Zentralrat der Juden sowie die oppositionelle SPD im Landtag forderten die Schließung des Zentrums. Eine Einrichtung, in der Auffassungen vertreten würden, die bereits im rechtsextremen Spektrum anzusiedeln seien, könne nicht toleriert werden, sagte Kramer, der Chemnitzer "Freien Presse". Der Präsident des Zentrums, Bernhard Friedmann, wies die Kritik zurück und erklärte, sein Haus habe "eine durch und durch demokratische Grundausrichtung".
Der SPD-Landtagsabgeordnete Stephan Braun erklärte, das Studienzentrum sei nicht in der Lage, sich klar von Rechtsextremisten und Rechtsradikalen zu lösen. Er verwies auf die Mitgliedschaft des konservativen Publizisten Günter Rohrmoser, zu dessen 70. Geburtstag der frühere RAF-Terrorist und heutige Anwalt der rechtsextremen NPD, Horst Mahler, die Laudatio gehalten habe. 1999 waren auf der Internet-Seite des Studienzentrums Querverbindungen zu rechtsextremen Publikationen bekannt geworden. Zehn Jahre zuvor musste Filbinger auf Druck der Öffentlichkeit den Bundesvorsitzenden der rechtsradikalen Republikaner, Rolf Schlierer, aus dem Präsidium der Stiftung ausschließen.
Quelle: Tagesschau

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